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Grundsätze und Leitgedanken

Grundsätzlich leisten wir als kath. Einrichtung wie alle anderen Tageseinrichtungen auch den gesellschaftlichen und gesetzlichen Auftrag der Erziehung, Bildung und Betreuung der Kinder. Zusätzlich erfüllen wir noch den kirchlichen Auftrag, der Ziele wie die Begleitung zu einem sinnerfüllten Leben aus dem Glauben, Leben in Geborgenheit und in Gemeinschaft, Wahrnehmen, Entdecken und Mitbestimmen als Voraussetzung für die Persönlichkeitsentwicklung, die Schöpfung bewahren, in Frieden leben, mit einschließt, also eine ganzheitliche Bildung und Erziehung.

Die Ausführungen von Prof. Dr. Dr. Peter Beer über die religiöse Erziehung im Kindergarten und die Stellungnahme zur ethnischen und religiösen Bildung und Erziehung im BEP sind ausschlaggebend für unsere Pädagogik.

Wir sehen das Kind als eigenständigen, kleinen Menschen, mit all seinen Stärken und Schwächen, die in einer Erziehungspartnerschaft mit den Eltern gestärkt, bzw. ausgeglichen werden sollen. Das Kind und seine Eltern stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Unser konzeptioneller Ansatz ist an die Montessoripädagogik angelehnt. Der Satz "Hilf mir es selbst zu tun" von Maria Montessori (1870 - 1952) ist grundlegend für unsere päd. Arbeit in unserer Kindertagesstätte.

Wir möchten den Kindern helfen ihren eigenen Willen zu entwickeln, indem wir ihnen Raum für Entscheidungen geben (z.B. freie "Spielzeugauswahl" im Freispiel) um selbständig zu denken und zu handeln.

Bei unseren Beobachtungen und Kinderkonferenzen greifen wir Impulse der Kinder auf und stellen fest, was die Kinder im Moment am meisten interessiert und lassen dies in unsere Planung mit einfließen.

Wir geben ihnen die Möglichkeit dem eigenen Lernbedürfnis zu folgen, indem wir den Kindern alle Spiel- und Werksachen frei zugänglich anbieten. Sie können ihre wirkenden schöpferischen Energien freisetzen und nach eigenen Vorstellungen arbeiten.

Bei zielgerichteten Angeboten können die Kinder ihren Arbeitsrhythmus und ihre Beschäftigungsdauer selbst bestimmen.

Wir helfen den Kindern Schwierigkeiten zu überwinden anstatt ihnen auszuweichen, indem wir sie beobachten, ermutigen und wenn nötig unterstützen.

Wir schlagen ihnen Möglichkeiten der Konfliktbewältigung vor und geben ihnen den Raum, diese in gelenkten Rollenspielen und in natürlichen Spielsituationen anzuwenden.

Die Beobachtung ist ein wichtiges Mittel unserer Arbeit.

Durch Beobachtungen können wir sehen, wo das Kind in seiner Entwicklung steht, es dort "abholen" und individuell fördern.

Auffälligkeiten werden dadurch frühzeitig erkannt, das Personal kann handeln und Eltern darauf hinweisen, damit das Kind die bestmöglichste Förderung bekommt und Problemen vorgebeugt wird.

Kinder lernen unserer Meinung nach viel durch Beobachtung und Nachahmung. Das Spiel ist das grundlegende Mittel unserer pädagogischen Arbeit, bei dem die Kinder zwar "nicht viel zu sehendes Lernen" aber viel davon mitnehmen. In der Fachzeitschrift "Theorie und Praxis der Sozialpädagogik" (06/98) wurden die Lernerfolge eines ganz normalen Kindergarten- Alltags zusammengefasst, wir fanden dies so passend, dass wir dies wörtlich übernommen haben.

Was Kinder in der Kindertagesstätte lernen

Zwölf Beispiele für Lernerfolge in der Kindertagesstätte , die vielleicht nicht gleich ins Auge springen, dafür Kinder aber umso wirkungsvoller in ihrer Entwicklung unterstützen.

Du bist mir wichtig

In der altersgemischten Gruppe erleben sich Kinder mal groß, mal klein, mal stark, mal helfend, mal Hilfe suchend. Solche eigenen Erfahrungen sind die Grundlage für gegenseitiges Verständnis und verantwortliches Handeln.

Ich habe Interesse

Kinderfragen werden aufgegriffen. Zusammen macht man sich auf die Suche nach Antworten. Wo Kinder in ihren Interessen ernst genommen werden, entwickeln sie Freude am Lernen und Entdecken.

Ich begreife

Kinder lernen ganzheitlich. Sie wollen die Dinge nicht nur anschauen oder darüber reden. Sie wollen sie anfassen, daran riechen, schmecken, befühlen, damit experimentieren. Das ist in der Kindertagesstätte erlaubt und wird gefördert. Sinneswahrnehmungen sind die Grundlage für ein differenziertes Vorstellungs- und Denkvermögen. Deshalb haben Kinder zwar häufig schmutzige Hosen und klebrige Hände, aber nur so machen sie all die Erfahrungen, die sie später einmal in die Lage versetzen, in der Schule mit zu denken und Zusammenhänge gedanklich nachvollziehen zu können.

Ich kann etwas

Sich selbst an- und ausziehen - die Schuhe selbst binden - darauf achten, dass der verlorene Hausschuh wieder gefunden wird- das verschüttete Getränk selbst aufwischen. Das sind die kleinen Schritte zur großen Selbständigkeit.

Das will ich wissen

Die Triebfeder zum Lernen ist die Neugier. Und neugierig sind Kinder ganz gewaltig. Dies ist in der Kindertagesstätte erwünscht und wird auch unterstützt.

Ich traue mich

Mit dem Messer schneiden, sägen, auf Bäume klettern. Kinder wollen die Dinge "echt" tun und nicht nur im Spiel. In der Kindertagesstätte dürfen Kinder kochen, backen, werken, pflanzen, eigene Ideen verwirklichen.

Zutrauen macht stark und motiviert.

Das mache ich gern

Der Tagesstättenalltag orientiert sich am Bedürfnis der Kinder. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Spiel zu. Spielen macht Spaß, und was Spaß macht, das machen Kinder mit ganzem Herzen. Zeit zum Spielen ist Zeit, in der Kinder einer Sache mit Konzentration nachgehen und dabei Ausdauer und Durchhaltevermögen entwickeln.

Ich gehöre dazu

Mit anderen zusammen sein, heißt für Kinder vor allem mit anderen spielen. Gemeinsames Spielinteresse verbindet. Im Spiel planen Kinder miteinander, setzen sich auseinander, lernen sich behaupten, finden Kompromisse, schließen Freundschaften.

Ich habe eine Idee

Bilder malen, werken, gestalten, musizieren, im Sand spielen, Geschichten spielen und erfinden. Die Kindertagesstätte bietet Zeit, Möglichkeit und Freiheit für eigene Ausdrucksformen. Dabei entwickeln Kinder Eigeninitiative und Fantasie, verfolgen Ideen, finden eigene Wege und Lösungen, werden erfinderisch und kreativ.

Ich habe eine Aufgabe

In der Kindertagesstätte übernehmen Kinder Aufgaben in der Gemeinschaft. Den Tisch decken, nach dem Spiel zusammen aufräumen, dem anderen beim Anziehen helfen, im Garten ein Beet anpflanzen und pflegen, sich um ein neues Kind kümmern.

In vielen kleinen Handlungen lernen Kinder, Verantwortung für einander und für gemeinsame Sachen zu übernehmen.

Ich habe was zu sagen

Einen Streit klären - erzählen, was man erlebt hat - zusammen einen Ausflug planen- nach der eigenen Meinung gefragt werden - sagen können, was man will und was man nicht möchte. Das macht stark. Wer sich sprachlich ausdrücken lernt, kann sich mit anderen verständigen, wird nicht überhört oder übergangen.

Du wirst mir vertraut

In der Tagesstätte treffen Kinder aus verschiedenen Elternhäusern, mit unterschiedlichen familiären, kulturellen und nationalen Hintergrund zusammen. Was sich gesellschaftlich noch schwierig gestaltet, wird hier "im Kleinen" oft schon selbstverständlich voneinander erfahren und miteinander gelebt.

Das Freispiel und das Spiel sind also die wichtigsten Mittel zum Lernen in der Kindertagesstätte.